Als Grundsatz gilt, dass an allen Sonn- und Feiertagen alle „öffentlich bemerkbaren Arbeiten verboten sind, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu stören, sofern sie nicht besonders erlaubt sind“.
 
Eine Ausnahme von diesem Arbeitsverbot enthält z.B. das neu in Kraft getretene Ladenöffnungsgesetz Nordrhein-Westfalen. Danach dürfen u.a. an Sonn- und Feiertagen „Verkaufsstellen, deren Angebot überwiegend aus den Warengruppen Blumen und Pflanzen, Zeitungen und Zeitschriften oder Back- und Konditorwaren bestehen, für die Dauer von 5 Stunden geöffnet sein“. Diese Ausnahmeregelung gilt allerdings nicht am Ostersonntag oder Pfingstsonntag sowie am 1. Weihnachtstag.

An Sonn- und Feiertagen sind während der Hauptzeit des Gottesdienstes verboten:

a) öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel und öffentliche Auf- und Umzüge, die nicht mit dem Gottesdienst zusammenhängen,

b) alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen, bei denen nicht ein höheres Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung vorliegt,

c) öffentliche Versammlungen in geschlossenen Räumen, soweit hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird,

d) größere sportliche Veranstaltungen und solche, durch die der Gottesdienst unmittelbar gestört wird.

Auch an Sonn- und Feiertagen zugelassene Märkte dürfen erst nach der ortsüblichen Zeit des Hauptgottesdienstes beginnen.
Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Schutz der sog. „Stillen Feiertage“ (dies sind: Karfreitag, Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag) zu.

Neben den allgemein an Sonn- und Feiertagen geltenden Regelungen sind für diese Tage im Feiertagsgesetz Nordrhein-Westfalen zusätzliche Verbote festgesetzt. Für die „Stillen Feiertage“ sind zusätzlich verboten:

a) Volkstrauertag

1. Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen von 5 Uhr bis 13 Uhr,

2. sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und –leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden, von 5 Uhr bis 13 Uhr,

3. der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten von 5 Uhr bis 13 Uhr,

4. musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb von 5 Uhr bis 18 Uhr,

5. alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz von 5 Uhr bis 18 Uhr.


b) Allerheiligen und Totensonntag

Alle unter der Rubrik „Volkstrauertag“ genannten Veranstaltungen von 5 Uhr bis 18 Uhr.


c) Karfreitag

1. Alle unter der Rubrik „Volkstrauertag“ genannten Veranstaltungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr, mit Ausnahme der Großmärkte, die bis zum nächsten Tag 3 Uhr verboten sind,

2. alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

3. die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet anerkannt sind, bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

4. Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Hauptzeit des Gottesdienstes.

Am Gründonnerstag ist ab 18.00 Uhr öffentlicher Tanz verboten.

An Heiligabend sind während der Hauptzeit des Gottesdienstes öffentliche Versammlungen und freien Himmel und öffentliche Auf- und Umzüge, die nicht mit dem Gottesdienst zusammenhängen, verboten. Daneben gelten auch hier die für den Volkstrauertag aufgeführten Verbote.

Ausnahmen von den Verboten können bei Vorliegen eines dringenden Bedürfnisses – in sehr seltenen Fällen – erteilt werden. Zuständig für die Genehmigung von Ausnahmen an Sonn- und Feiertagen ist bei kreisangehörigen Städten und Gemeinden der jeweilige Kreis und bei kreisfreien Städten die Bezirksregierung. Bei „Stillen Feiertagen“ ist ausschließlich die Bezirksregierung für Ausnahmen zuständig. Die Bezirksregierung hat aber bereits darauf hingewiesen, dass „Ausnahmegenehmigungen auch bei organisatorischen Schwierigkeiten oder wirtschaftlichen Einbußen für die Veranstalter nicht erteilt werden“.